Überraschung

Was für ein Sonnenschein an diesem Freitag morgen, toll.
Ich bin, wie jeden Freitag morgen, mit meiner Tochter zum Sport verabredet.
Sie ist eine Läuferin, ich eine Geherin.
Sie läuft mit Kopfhörern und italienischer Musik, ich gehe mit Mütze im Rhythmus nordischer Spazierstöcke.
So gesehen sporteln wir nicht gemeinsam,  jeder macht sein Ding aber wir gehen zusammen in den Park und anschließend gemeinsam aus dem Park zu ihr, weil sie in der Nähe wohnt, trinken noch Kaffee zusammen, schwatzen und planen das Wochenende.
Heute nun, ich wollte mich gerade auf den Weg machen, ruft sie mich an und sagt ab.
Das hat sie noch nie getan. Seit zwei Jahren nicht, seitdem wir das machen.
Ich überlege kurz ob ich mich dann heute meiner Faulheit ergebe und, sowieso noch geknickt von gestern und der merkwürdigen Nacht mit einem merkwürdigen Traum, einfach zu Hause bleibe, lese und mich ablenke. Ich denk mir noch, allein beim Nordic Walking, Scheisse Kerstin, da kommen dir alle Gedanken hoch, mit denen du erstmal nichts zu tun haben willst.
Aber etwas zieht mich mit großer Kraft in den Park. Wahrscheinlich die Sonne und der knallblaue Himmel, denn es ist wirklich ein besonders schöner Herbsttag mitten im November, sehr ungewöhnlich.
Als ganz gewöhnlich empfinde ich dann das Gehen, die Stöcke klackern im Rhythmus, so wie ich es eben gewohnt bin und ich bin bemüht nicht zu sehr in die Gedanken zu versinken, denn hier ist es grad wundervoll. Die Sonne glitzert in den bunten Herbstbäumen und natürlich fällt mir das Wort Komerabi ein, was ja Japanisch ist und dieses Glitzern beschreibt. Ich versuche die Gedanken an Komorabi zu verdängen als ich hinter mir einen Jogger wahrnehme.
Wie ihr ja nun schon über mich wisst, versuche ich immer die Gute zu sein, es richtig zu machen und bin äußerst bemüht Niemanden zu stören oder im Weg zu sein. Also weiche ich aus, gehe aus der Mitte des Weges Richtung Rand, damit der Jogger an mir vorbei flitzen kann, so wie ich es von meiner Tochter gewohnt bin, wenn sie ihre Runden an mir vorbei dreht. Aber ich bemerke, dass der Jogger ebenfalls aus der Mitte des Weges in Richtung Rand gelaufen ist, hinter mir. Ich denke, okay mein Walken ist ziemlich schnell aber eigentlich zu langsam für einen Jogger. Nun sehe ich, dass wir Gegenverkehr haben und eine Gruppe junger Männer auf uns zu kommt. Ich gehe also noch weiter an den Rand, damit einerseits der Jogger hinter mir doch noch an mir vorbei kommt und die Jungs, die mir entgegenkommen ihre Formation nicht aufgeben müssen.
Die jungen Männer bedanken sich ordentlich mit Lächeln, Kopfnicken und Dankeschön, so wie ich es auch erwarte. Was ich nicht erwartet habe ist, dass der Jogger hinter mir immer noch nicht an mir vorbei gezogen hat, es offenbar auch nicht versucht. Es ist ein Scheissgefühl, wenn Jemand so nah hinter einem trabt also drehe ich mich kurz um. Eigentlich falle ich jetzt in Schockstarre, die sich darin zeigt, dass ich einfach weiter laufe, sprachlos und gedankenlos. Nun kommt der Jogger näher und läuft neben mir her. Gefühllos bin ich aber nicht als mir klar wird, dass es mich anwidert, dass ein dermaßen ranzig aussehender Typ in MEINEM Park direkt neben mir joggt.
Ich finde das geschmacklos, habe keine Ahnung wieso dieser Penner von Komorabi mich dermaßen belästigt, dass er mir in MEINEM Park auflauert. Auf einmal ist es hier überall voller Menschen von denen ich glaube, dass sie mich von irgendwoher kennen. Also vom Spielplatz, oder vom Kindergarten, oder vom Supermarkt, oder von sonstwoher, wo sie bisher glaubten, dass ich eine anständige ältere Dame bin, die sich Respekt verdient hat und Höflichkeit und eine Art Ansehen genießt, hier in diesem Kiez. Ich habe sowas wie eine Ehre zu verteidigen, die nette Oma, sauber und korrekt, zuverlässig und hilfbereit aber doch distanziert genug, um nicht aufdringlich zu wirken.
Ich spiele diese Rolle nun seitdem meine Tochter mit meinem Enkel hier wohnt und ich eine Vorbildfunktion inne habe. Ich meine, was soll das arme Kind denn lernen, wenn seine Oma mit so einem verranzten Penner durch die Gegend läuft.
Das eine ist ja, dass ich ihn treffe, wann ICH das will und über ihn schreibe, hinter dem PC weit weg von dem, was ich mein reales Leben nenne, und das andere ist eben MEIN Kiez, MEIN Park, MEIN Garten, MEIN Haus, MEINE Nachbarn, all die Egos eben, denen ich gebe, was so ein Ego eben erwartet, von einer Oma!

Komorabi läuft immer noch neben mir und kann meine Gedanken lesen. Ohne außer Puste zu sein spricht er beim Joggen zu mir:
„Du musst dich nicht für deine Art der Wahrnehmung schuldig fühlen. Es ist in Ordnung Aversionen entwickelt zu haben, es ist jedoch hilfreich seine Aversionen zu kennen.“
Ich sage nichts, merke wie ich einschnappe und mir denke, ALTER geh Kacken Mann, lass mich in Ruhe mit deinem Scheiss, ich hau dir gleich meine Stöcke über den Schädel, was erlaubst du dir mich zu verfolgen und zu belehren?!

Dann drehe ich um und laufe raus aus dem Park. Bloß weg hier, wo mich alle zu kennen scheinen!
Komorabi hinter mir her. Ich fühle mich gehetzt, wie ein Tier auf der Jagd, als er das Tempo steigert, wieder neben mir herläuft und sagt, du hast nicht gesagt, dass ich dich in Ruhe lassen soll. Möchtest du, dass ich verschwinde?
Was ich jetzt möchte ist die Nerven verlieren und ihn anbrüllen, aber hier geht das nicht, wir stehen inzwischen an der Ampel und mir wird schmerzlich klar, dass ich gerade auf dem Heimweg in Richtung MEINER Strasse unterwegs bin. Offenbar bin ich beim Laufen, freitags am Vormittag, dermaßen in meiner Routine, dass ich diesen Weg ganz automatisiert gehe. Ich schaue Komorabi an und sehe in seine Augen, da verliere ich einen kurzen Moment die Kontrolle und höre mich allen Ernstes fragen, ob er mit zu mir nach Hause kommen möchte, in den Garten!

Mir gefriert das Blut in den Adern als er lacht und sagt, du möchtest nicht, dass ich in euren Garten pisse.
Fassungslos starre ich ihn an und möchte ihn darauf aufmerksam machen, dass ich doch in meiner Wohnung eine Toilette habe als er mir zuvor kommt und sagt:
Ich habe alle Konventionen verloren, wenn ich pissen muss, pisse ich da, wo es eben gerade sein muss.
Zum Glück schaue ich ihm nicht in die Augen als ich ausraste und beim Sprechen erkenne, was wirklich wahr für mich ist .
Ich finde ihn abartig, scheissegal wie schwer sein Schicksal ist, ich verlange von einem so klugen Menschen, dass er sich mal etwas zusammenreißt und wieder NORMAL wird.
Meine eigentliche Laustärke in der Stimme unterdrückend faucht es aus mir heraus: Ich denke du warst ein Jahr in einem Zenkloster und hast dort die Erleuchtung gefunden, nur deshalb war ich bereit deine Geschichte aufzuschreiben, weil ich geduldig darauf warte, was du erkannt hast, was du uns zu sagen hast, wie man zur Erleuchtung kommt!
Wenn du willst, dass ich deine Geschichte weiter schreibe, dann benimm dich wie ein Erwachsener, wasch dich, zieh dich vernünftig an und lass uns an einem NORMALEN Ort treffen, in einem Restaurant, bei unserem kleinen Inder meinetwegen oder sonstwo, aber schmeiss deine Würde nicht einfach so weg. Das ist meine Bedingung.

Wir stehen schweigend, noch immer an der Ampel, ich schätze sie wechselt grad das zehnte Mal auf grün. Als Komorabi nichts mehr sagt und ich mich entschließe einfach loszugehen wechselt die Ampel auf rot, na klar, was denn sonst. Bei rot gehe ich nicht, nicht mal, wenn ich wütend oder verzweifelt bin. Kinder sind in der Nähe und ich bin die Vorbildoma!

Es ist eine Lücke zwischen meinem Weggehenwollen und dem Gefühl, das mich von Komorabi aus strömt. Ich sehe ihn an, in seine Augen, sie sind einfach nur offen und weit, nichts darin, was ich deuten kann. Er sagt leise, von Erleuchtung war nie die Rede und dann noch leiser und ganz sanft, Würde ist nichts, was durch Äußerlichkeiten hergestellt werden oder verloren gehen kann.

Jetzt ist es endlich grün geworden, die Kindergruppe läuft los und ich sage schnell noch, ruf mich an, wenn du meine Bedingungen akzeptieren kannst, ansonsten leb wohl!

Nun gehe auch ich und fühle mich gut, weil ich mich getraut habe zu sagen, was ich wirklich empfinde und denke.
Wie ich auf der anderen Straßenseite angekommen bin, drehe ich mich nocheinmal um, wie im Film, ein letzter Blick und so. Aber Komorabi ist schon weg, keine Ahnung wohin, eigentlich kann er nur in die U-Bahn gegangen sein und einen Moment noch geht mein Gefühl mit ihm in den Untergrund.
Aber Untergrund ist nichts für mich. Urgrund denke ich und gehe langsamer als sonst nach Hause, den gewohnten Weg, mit einem gewohntem Gefühl:

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Endlich Donnerstag

Richtig aufgeregt wachte ich heute früh auf. Irgendwie erinnerte mich meine Vorfreude, mit welcher ich aus dem Bett sprang an die Zeit als Kind, wenn die Ferien vorbei waren und endlich der erste Schultag eines neuen Schuljahres ran war.
Soviel Aufregendes war in den Ferien geschehen und so viel Neues lag vor einem.
So gings mir heute morgen.
Ich will Komorabi ne Menge erzählen. Wie die Menschen auf seine Geschichte reagieren, mit wem ich so alles ins Gespräch darüber komme und wieviel Freude ich beim Schreiben habe. Dass ich bis spät in die Nacht schreibe, weil ich zwischendrin immer irgendwie angehalten werde von einem inneren Strömen, das sehr stark ist und meinen Körper ergreift. Dann sitze ich hier vorm PC genieße und warte bis das Weiterschreiben stattfindet.
Naja, so eben.
Ich flitze also los, diesmal nehme ich das Fahrrad, ohne Suppentopf 😉
Trotzdem Komorabi mir sagte, ich bräuchte mir keine Gedanken über die Obdachlosen zu machen, mache ich mir Gedanken.
Was könnte ich ihnen Gutes tun, was mitbringen, was wäre hilfreich?
Mir fällt da erstmal nur Alkohol ein.
Also radele ich zum Zoo, damit meine ich den Bahnhof Zoo, ihr wisst schon; „Christiane F. – wir Kinder vom Bahnhof Zoo“:

Noch immer sammeln sich dort die Junkies, Alkoholiker und natürlich Obdachlose. Ich vermute, dass das in jeder Großstadt so ist am Bahnhof.
Ich habe ja mal über so eine Begegnung geschrieben – hier:

https://konglomerata.wordpress.com/2016/09/26/die-feder/

Jedenfalls gibt es am Bahnhof Zoo einen großen Supermarkt, der 24 Stunden geöffnet hat und dort kauft besagtes „Klientel“ ebenfalls ein. Keiner kennt mich hier und ich bleibe völlig unbeachtet als ich 10 kleine Flaschen Schnaps kaufe.
Es klimpert als ich weiterradele und ich hoffe, dass nichts passiert und ich nicht mit den Flachmännern „ertappt“ werde. Ich meine, ich bin eine ältere Frau auf einem Fahrrad und habe 10 Pullekins, wie der Berliner „sajen tut“ im Rucksack, das wirkt nicht gerade seriös.
Und ich fühle mich immer noch verpflichtet seriös zu wirken. vielleicht sollte ich mal öfter einen kippen, damit ich locker werde?!

Wie unlocker ich bin fällt mir auf als ich bei den Obdachlosen lautes Gejohle auslöse beim Überreichen der Alkoholfläschchen. Einer ruft ganz laut in Richtung Komorabi, der sich jetzt langsam nähert: Die Schnecke musste dir warm halten, und dann folgt lautstarkes, zahnloses, mundoffenes, abschreckendes Gelächter.
Ich fühle mich unwohl, erinnere mich kaum, wann ich das letzte Mal „Schnecke“ genannt wurde und empfinde es nicht als Kompliment. Dann sehe ich Komorabis Blick und erschrecke.

Komorabi sieht sauer aus, er redet nicht mit mir. Wie eine Doofe stehe ich da mit meinem Fahrrad und könnte heulen. Was ist nun wieder falsch? Ich dachte es wär richtig den Obdachlosen das zu geben, worüber sie sich freuen und das ist nun mal Alkohol, kennt man doch, weiß doch jeder und vor allem, hat ja geklappt, sie freuen sich, sind jetzt alle weg, haben sich in ihre Zelte verkrochen. Ich habe von meinem Bisschen Geld für die Flaschen soviel ausgegeben, wie ich sonst für eine Woche Lebensmittel verbrauche. Finanziell gesehen lebe ich am Existenzminimum, laut Statistik gehöre ich zu den Armen, bin mit 100,00 Euro monatlich unter dem Existenzminimum, jedenfalls laut Statistik, immerhin existiere ich ja – schmunzel.

Komorabi raucht und heute stört mich seine Qualmerei, zum ersten Mal. Ich denke an Eve, die auf dem Zensationell Blog schrieb, dass der Typ ihr unsympatisch ist.
Mir jetzt auch, ganz und gar. Alles mache ich falsch, obwohl ich es doch nur gut meine. DIe Suppe hat er nicht angerührt letzte Woche und nun schweigt er anklagend und lässt mich zappeln, so fühlt es sich jedenfalls an.
Jetzt jammere ich schon genauso wie er in seinen Tagebucherzählungen, was Eve genervt hat. Jetzt nervt mich das alles hier ebenfalls, ich will auf mein Fahrrad steigen als Komorabi ganz sanft und leise zu mir sagt:

Wann hörst du damit auf?

Ich weiß nicht was er meint und will es auch gar nicht wissen. Etwas in mir hat sich verschlossen und möchte wegrennen.
Dann fragt er ebenso sanft und leise: Möchtest du diese Last wirklich dein Leben lang weitertragen?
Er spricht es langsam und gedehnt, es klingt so:   weit – ertragen!
In diesem Moment macht es rumms und alles um mich herum wird weiter. Plötzlich nehme ich wahr, dass über uns ein offener Himmel, endlos seiend, auf mich hinunter strahlt, eine nicht mehr warme aber leuchtende Sonne mischt sich zwischen die Wolken und lässt ihre Strahlen auf meinem Fahrrad schimmern.
In der Regenpfütze neben mir sehe ich mein Spiegelbild, seins auch.
Ein paar kleine Wellen zeigen sich, weil ein Spatz gekommen ist und daraus trinkt.
Die Erscheinungen des Mannes und der Frau in der Pfütze verwackeln und zeigen eine Schieflage.
Diese Schieflage empfinde ich total in jenem Moment und wage mich nicht zu bewegen.
Da sagt Komorabi:
Wenn du veröffentlicht hast, was du bisher schriebst, dann mach ne Schreibpause und schau mal, wie es sich für dich anfühlt. Vielleicht magst du ja nicht weitermachen und mich nicht mehr treffen?!

Er reicht mir ein Stück Papier auf dem ein paar Zeilen stehen. Ich bin bedrückt, nehme den  Zettel und frage Komorabi nicht mehr, was ich seiner Meinung nach trage, das mich von der Weite trennt.

Ich radele total ent-täuscht von dannen.
Was habe ich denn gedacht, was das für eine Story wird?
Der Typ lebt unter Obdachlosen, ist doch klar, dass er einen an der Waffel hat.
Ich will ihn mir einfach schlecht reden, damit ich aus der Nummer mit den 365 Tagen Berichte schreiben wieder rauskomme.
Jeden Tag zu schreiben ist sowieso viel zu anstrengend, sagt mein Verstand, der die letzten Tage ziemlich weggezooomt war, weil ich so ganz und gar im Sein des Schreibens aufging.
Tja, so schnell zerschlagen sich eben die Vorstellungen, ist ja nichts Neues für mich.
Insgeheim denke ich auch an Nitya und bewundere ihn, wie er das macht seit Jahren jeden Tag zu schreiben. Für mich scheint die Geschichte hier zu Ende.

Erst später am Nachmittag lese ich was auf dem Zettel steht:

Der Wind bringt mir:
Genug abgefallene Blätter
Um ein Feuer zu machen!

J. Stevens

 

Es wird kälter

Heute bin ich mit einem mulmigen Gefühl zu den Brücken gegangen, unter denen die Obdachlosen hausen.
Mich hatte die Erinnerung an meine erste Begegnung mit Komorabi eingeholt, in welcher er sagte, dass er in zwei Monaten hier weg sei.
Eigentlich habe ich noch Schreibstoff für weitere 5 Tage und bin erst wieder am Donnerstag mit Komorabi verabredet. Aber ich habe Angst, dass was dazwischen kommt. Immerhin hat die Erkältungszeit angefangen und ich muss meiner Tochter helfend zur Seite springen, wenn sie oder das Kind krank werden, und dann kann ich nicht zu Komorabi, was mir ein unruhiges Gefühl bereitet.
Ich analysiere jetzt nicht welcher Teil mir das unruhige Gefühl macht, die Sorge, was passieren könnte oder die Wahrnehmung, dass ich mich überhaupt sorge.
Wenn man es mal objektiv betrachtet scheint diese ganze Angelegenheit ja Schicksal zu sein.
Zur Erinnerung oder für diejenigen, die neu dazu gekommen sind:

https://berlinerallerlei.wordpress.com/2017/10/13/ick-oooch/

Erst gab es da also den Sturm, dabei waren viele Bäume umgestürzt, dann waren die Parks gesperrt und so musste ich andere Wege nehmen, beim walken.
Dann habe ich so blöd gegrinst, sodass Komorabi mich ansprach. Ob er da schon wusste, dass er mir sein Leben erzählen würde?
Wenn er mir nicht das Buch – Einbruch in die Freiheit – von Jiddu Krishnamurti geschenkt hätte, dann wäre ich wohl auch nicht damit einverstanden gewesen, was jetzt hier passiert. Für mich war es nötig mein ganzes Wissen über Spiritualität in Frage zu stellen und das konnte ich nicht alleine „tun“, dazu brauchte es Hilfe vom vermeintlichen Außen. So bin ich nun mal, ich folge dem, was sich zeigt und ergründe es so tief wie möglich.
Dann habe ich mir ja auch die 12 Stunden Vorträge von Jiddu Krishnamurti reingezogen:

https://konglomerata.wordpress.com/2017/10/27/freiheit-vom-verstand/

Erst dann war ich bereit wirklich offen zu sein und zu hören, ohne gleich meine  – aha, so ist das also  – Interpretationen hinzuzugeben und dadurch das, was wirklich gesagt wird zu verpassen.

Für mich ist das grad ein Lehrweg, denn beim Schreiben von Komorabis Lebensgeschichte überdenke ich ja auch die meine und stelle fest, wie  unterschiedlich die Resumées sind, die er und ich gedanklich ziehen.

Mit diesen Grübeleien beschäftigt gehe ich den Weg zu den Brücken und vergesse dabei jedoch auf den Weg selbst zu achten. Ich bin so tief in Gedanken versunken, dass ich eine Abbiegung verfehle und nun am Ende dieses Weges angekommen bin. Hier teilt er sich und geht in eine Richtung zum Hauptbahnhof und in die andere zum Kanzleramt. Etwas grummelig halte ich an und weiß nicht warum ich so hilflos hier rumstehe.
Mein innerer Beobachter nimmt diese Situation persönlich und fragt mich, ob ich lieber wegfahren möchte, also zum Hauptbahnhof gehen, einen Zug nehmen und mich an einen anderen Ort begeben oder ob ich, das Kanzleramt im Blick, endlich mal Macht haben will, als plötzlich Komorabi vor mir steht.
Heute, wo wir nicht verabredet waren, dann noch auf der anderen Seite der Spree, an einer Stelle, an der er mich nicht erwarten konnte und ich ihn auch nicht, steht er plötzlich mit zwei großen Kaffeebechern in der Hand. Er reicht mir den einen und sagt, mit Milch, laktosefrei.
Erst seit 2 Wochen weiß ich, dass mein Körper eine Laktoseintoleranz entwickelt hat und ich schwöre, dass ich es Komorabi nicht erzählte. Ich rede nicht über mich, wenn wir zusammen sind, ich höre zu und schreibe auf, frage wenig bis gar nicht nach.
Wenn ich es nicht selbst erlebt hätte, ich würde es nicht glauben. Und doch weiß ich, dass mir solche Merkwürdigkeiten schon mehrfach in meinem Leben zuteil wurden.
Immer habe ich dann die Situationen zu hinterfragen und anders zu deuten versucht als es auf den ersten Blick schien. So kam es, dass ich zumindest etwas geerdet blieb und nicht ganz verrückt wurde an dem, was als Leben oder Fügung, wie Schicksal und daher unabwendbar, erscheint.

Aber jetzt rutscht plötzlich diese Frage aus mir raus, ich höre mich sagen: Wie machst du das?
Er sagt: Genau wie du!
Dabei schaut er mir, zum ersten Mal, richtig tief in die Augen. Mir wird schwindelig und ich weiß, dass das keine Antwort war, auf die ich noch weitere Fragen stellen sollte, ich ahne, dass etwas anderes gemeint ist, etwas sehr, sehr tiefes und ich will es selbst ergründen.
Komorabi lächelt, sanft.
Dann trinken wir unsere Kaffees, lehnen dabei an der Metallbrüstung, die als Absperrung zur Spree, für uns als Lehne und Ausguck dient. Von hier aus kann man weit zu beiden Seiten in den Lauf der Spree schauen.


Ich habe eine warme Jacke an und doch wird mir immer kälter. Komorabi bemerkt das und sagt, fahr nach Hause, wir sehen uns Donnerstag.
Ich fühle mich abgewiesen, denn eigentlich hatte ich ja gehofft, dass er weiter erzählen würde, aber irgendetwas an dem Mann lässt mich auf Abstand bleiben, macht mich befangen und nimmt mir die Traute.
Dann denke ich noch, wieso nach Hause fahren? Ich bin zu Fuß hier und kann auch wieder nach Hause laufen. Aber da bemerke ich, dass ich aufs Kloo muss, der Kaffee zeigt Wirkung. In den Park hocke ich mich garantiert nicht wieder, es ist mir peinlich und zu kalt. Zum Glück muss ich das ja auch nicht, hier am Hauptbahnhof gibt es Toiletten.
2 Euro fürs Pinkeln, ich weiß nicht worüber ich mehr Scham empfinde, dass wir Menschen es soweit gebracht haben, dass wir uns gegenseitig Geld abknöpfen für eine Notdurft  oder dass ich ernsthaft überlege mich doch ins Gebüsch zu hocken, aus Protest gegen die Abzocke sozusagen.
Aber ich kenne mich, ich würde mich wiederum schämen, wenn mich Jemand beim in den Park pinkeln erwischt, ich habe ja kein Schild umhängen auf dem PROTESTPINKELN steht, also würde der mich Erwischende womöglich ein falsches Bild von mir haben. Schmerzlich tritt mir ins Bewusstsein, wieviel wichtiger es mir ist, was andere über mich denken, als meinen Impulsen und Empfindungen zu folgen.

Als ich dann in der S-Bahn stehe und ein gut aussehender Mann, tip top angezogen aufsteht und mir freundlich seinen Platz anbietet, da überlege ich mir, ob es echt wahr sein kann, dass ich so alt aussehe, dass schon Männer meines Alters für mich aufstehen?!
Ich grübele noch, ob er wohl auch aufgestanden wäre, wenn er wüsste, dass ich gerade mit Komorabi unterwegs war, der ja wie ein Obdachloser aussieht und in welcher zweigeteilten Welt ich mich gerade aufhalte.
Hier die Normalos und dort die Anderswelt. Ich habe es bisher nicht gewagt meiner  Familie von Komorabi und diesem Schreibprojekt zu erzählen.
Da werde ich aus meinen Gedanken gerissen, weil der Mann, der vermeintlich meinetwegen aufgestanden war an der nächsten Station austeigt. Jetzt muss ich lachen, was ich so denke und  was so alles  in meinem Kopf abgeht, das ist nicht mehr feierlich und ich will das loswerden, aber wie?

Am Besten ich widme mich wieder den Erzählungen von Komorabi, zu Hause angekommen mache ich mir noch einen Kaffee, der mich melancholisch an diesen merkwürdigen Mann denken lässt. Irgendwie seltsam, wie schnell einem ein Mensch ans Herz wachsen kann.
Na egal, weiter gehts,
Und nun sitze ich hier und schreibe weiter an seinen Erzählungen, der nächste Teil kommt dann nachher für euch.
lieben Gruß mal wieder in unsere kleine Runde 🙂

 

Neues Treffen mit Komorabi

Ersteinmal danke ich euch für das Interesse am Blog Zensationell:

https://zensationell.wordpress.com/

auf Facebook hatte ich eine kleine Unterhaltung mit Eve (winke, winke) die mir deutlich machte, dass ich vielleicht eines noch klar stellen sollte:
Ich habe nicht die leiseste Ahnung was Zen ist, was es bedeutet, falls man dazu es sagt oder wie sagt ihr in Deutschland dazu?

Bisher las ich von Zen nur auf Nityas Blog und erfreute mich an den Geschichten, die mir manchmal wie Märchen anmuteten.

Dann habe ich am Rande registriert, was Thomas aus der Schweiz ab und an über Zen zu berichten hatte. Allerdings kam es mir immer so vor als ob er eigentlich von Buddha erzählt.
Was haben Buddha und Zen miteinander zu tun?
Ich weiß absolut nichts davon und genau deshalb interessiert mich auch dieses Jahr in einem ZenKloster von Komorabi.
Ich sollte es komorebi nennen, das Wort habe ich von ihm, dem unter Obdachlosen Lebenden, aber bei wordpress war der Name schon vergeben und so kam es eben zu komorabi.

Immer wenn ich auf Nityas Blog etwas über Zen las, dann habe ich festgestellt, dass ich nichts kapiere und Eve schrieb mir gestern, dass es gut sei, dies nicht zu verstehen.
Wie ist das nun gemeint? Keiner versteht Zen oder für mich ist es besser nichts zu verstehen?

Ich habe natürlich auch Zenpriester Thomas aus der Schweiz geschrieben, ich bat ihn mal in den Zensationell Blog reinzulesen und er schrieb mir, dass er lächeln musste, dass es typische Anfängerfehler seien, die Komorabi bis jetzt beschreibt.

Nun denke ich mir, dass ich vielleicht genau darum gut darin bin, die Erfahrungen von Komorabi aufzuschreiben, weil ich selbst total unwissend bin.
Ich lächle nicht über seine „typischen“ Anfängerfehler, die gehen mir unter die Haut.
Auch was er sagt im Vergleich zu seinem Leben als Satsanglehrer und dem, was geschah nachdem seine Frau todkrank und seine dreijährige Tochter von einer ungesicherten Statue auf einem öffentlichen Platz erschlagen wurde, vor dem Krankenhaus in welchem seine Frau gerade die letzte Chemotherapie erhielt und direkt nach dem Tod der Tochter, wenige Stunden überlebend, das Zeitliche segnete.
Alter Schwede, mir geht das alles dermaßen nahe.
Aber wenn er erzählt, dann tut er das ohne Emotionen, frei von Drama, es gleicht einer sachlichen Schilderung, sogar wenn er von seinen Gefühlen erzählt.
Für mich darf er so verrückt sein, wie er ist, bei dem Schicksal, Hut ab!

Heute habe ich ihn gesucht, weil ich einen Riesentopf Hühnersuppe gekocht hatte, mit viel Fleisch drin, extra noch zum Suppenhuhn Hühnerklein und Hähnchenkeulen reingetan, dann mit dem Fahrrad das wabernde Megading die Spree entlang geschoben und unter den Brücken, da wo sie hausen, die Suppenschalen mit Löffeln verteilt.
Komorabi ist Vegetarier ha ha ha, er hat nicht einen Tropfen von der Suppe genommen 😦
Dafür die anderen, mit denen er da zusammen hockt. Von den Löffeln habe ich von zehn noch sieben wieder zurückbekommen und von den Suppenschalen ging eine kaputt und zwei kamen abhanden 😉

Komorabi sagte mir, dass ich aufhören darf mir Gedanken darum zu machen, wie es den Obdachlosen geht und was ich für sie tun kann, sie würden sich auch keine Gedanken um mich machen und nicht überlegen, wie es mir geht und was sie für mich tun könnten.
Wir seien also alle auf Augenhöhe und nun könnten wir weiter machen mit den Aufzeichnungen aus seinem Tagebuch.

Heute habe ich mir Isofolie mitgebracht, weil ich erstens die Suppe darin eingewickelt hatte, damit sie warm bleibt, was sie tat und zweitens wollte ich nicht wieder auf der arschkalten Bank sitzen. Aber Komorabi hatte ein Kissen aus Zeitungen gebastelt, es ist mit Heu gefüllt und total weich und warm, dann steckt man es in eine Plastiktüte und knotet diese zu, man sitzt auf der Fläche und nicht auf dem Ende mit dem Knoten, erstaunlich!

Ich habe nun Aufzeichnungen für eine Woche. Nächste Woche darf (!)  ich wieder kommen, lol. Ich weiß nicht wielange ich das noch aushalte in der Kälte draußen zu sitzen, ich habe ihm das heute gesagt. Es war für mich eine Riesenüberwindung mich ins Gebüsch zu hocken, weil ich pinkeln musste, furchtbar zu wissen, dass da überall Spaziergänger kommen könnten.
Ich verstehe nicht, weshalb jemand wählt, freiwillig so zu leben, der ausreichend Geld und sogar eine Wohnung hat.
Aber vielleicht komme ich noch dahinter.

Komorabi – der Obdachlose

Es hat mich in letzter Zeit ja mehrfach zu dem Obdachlosen geführt, von dem ich schon erzählt hatte:

https://berlinerallerlei.wordpress.com/2017/10/13/ick-oooch/

Er hat mich autorisiert über seinen Aufenthalt in einem Zenkloster zu schreiben.
Lesen will er vorerst nicht, was ich aufschreibe.
Ich kann daher nicht garantieren, dass ich alles richtig verstanden habe, was er meint.
Seine Lebensgeschichte fließt mit in die Erzählungen ein.
Ich habe tagelang geweint, nachdem ich erfuhr, was das Schicksal ihm aufgebürdet hat.
Niemand in meinem Umfeld wollte hören, was der Mann mir erzählt, und ich rede von meinen Freunden oder Bekannten, sogar Spirituelle verweigern sich, was Komorabi nicht überraschte, als ich es ihm erzählte.
Meiner Familie möchte ich diese Erzählungen nicht aufbürden, die einen sind zu jung um soetwas zu verarbeiten, die andern zu alt, um nicht selbst an ihr teilweise grausames Leben erinnert zu werden.
Ich weiß also nicht, ob es da draußen Menschen gibt, die das von mir aufgeschriebene, von Komorabi jedoch getragene Schicksal, lesend aushalten und mittragen wollen.
Ich hätte es lieber abgewählt, wenn ich geahnt hätte, was da auf mich zukommt.
Eines treibt mich allerdings, der Mann war einmal Satsanglehrer in Deutschland und der Schweiz, seine Erkenntnisse nach einem Jahr in einem ZenKloster sind auch für mich überraschend und werden bei jedem Zuhören überraschender.
Das vielleicht als Trost oder Ansporn es doch zu lesen.

Hier nun also das bisher Aufgeschriebene:

https://zensationell.wordpress.com/

Berlin im Sturm

Schon wieder,
umgefallene Bäume, zertrümmerte Autos, abgedeckte Dächer und  zerstörtes, was auch immer.

Du sollst nicht rausgehen an solchen Tagen, lautet die Devise von allen und überall.

Versteht es bitte nicht falsch, aber wie wunderbar ist denn so ein Ableben.
Vom Baum erschlagen!

Zack, peng aus und vorbei – für immer übrigens – schmunzel:

https://konglomerata.wordpress.com/2017/10/29/erleuchtung-ist-das-einzige-das-fuer-immer-ist-samarpan/

Rilke hat in seinem Buch – die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge sehr eindringlich über das Sterben und den Tod geschrieben.
Eine Bäuerin hat einen schweren Tod, wie ihr tägliches Leben war, ein König hat einen großen Tod, laut und alle anderen einschüchternd, demzufolge steht mir ein überraschender und unbeugsamer Tod zu, so wie mein Leben ist, voller unerwarteter Wunder und sonderbarer Wandlungen.

Um dies zu gewährleisten müsste ich jedoch bei Sturm im Wald spazieren gehen, oder im Park, zumindest jedoch dort, wo Bäume auf mich fallen könnten, wenngleich mir einer genügt.
Man darf es seinem Schicksal nicht zu schwer machen, finde ich.
Und ich habe, im Gegensatz zu Rilkes Ausführungen, sehr wohl den Wunsch nach einem eigenen Tod, nicht einen von der Stange, also keinen fabrikmäßigen. Ich möchte einen, der zu mir passt.
Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum, von ihm erschlagen zu werden eine letzte Ehre der Natur:

Aus den Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge

„Dieses ausgezeichnete Hotel ist sehr alt, schon zu König Chlodwigs Zeiten starb man darin in einigen Betten. Jetzt wird in 559 Betten gestorben. Natürlich fabrikmäßig. Bei so enormer Produktion ist der einzelne Tod nicht so gut ausgeführt, aber darauf kommt es auch nicht an. Die Masse macht es. Wer giebt heute noch etwas für einen gut ausgearbeiteten Tod? Niemand. Sogar die Reichen, die es sich doch leisten könnten, ausführlich zu sterben, fangen an, nachlässig und gleichgültig zu werden, der Wunsch einen eigenen Tod zu haben, wird immer seltener. Eine Weile noch, und er wird ebenso selten sein wie ein eigenes Leben.“

Allerdings, das sollte der Tod auch wissen, bei mir muss das warten.
Es gibt noch einiges zu erledigen, ich habe schließlich ein gut ausgearbeitetes Leben.
Was der Tod darüber denkt ist mir Einerlei, da kann er sich mal hinten anstellen, hinter allen anderen, die über mich und mein Sein eine Meinung haben  😉

 

Ick oooch

Der Sturm hat in Berlin an die 2.000 Bäume umgehauen, hieß es in der Berliner Abendschau.
Da, wo ich normaler Weise rumsportle, sieht es jetzt so aus:

Überall sind die Wege versperrt und weil ich mit Nordic Walking Stöcken laufe ist es echt mühsam, mit den Dingern unterm Arm, über die umgefallenen Bäume zu klettern.
Also habe ich mir gestern einen anderen Weg gesucht.
Ich dachte der wäre unkomlizierter zu gehen, also entspannender.
Bis ich dann hier vorbei kam:


Laut Presse sollen es 50 – 60 Obdachlose sein, die hier eine Art Zeltlager aufbauten, nach meiner Beobachtung sind es aber viel mehr  Menschen, die sich dort „eingerichtet“ haben, die wenigsten besitzen nämlich Zelte.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/brennpunkt-berliner-tiergarten-innensenator-plant-konzertierte-aktion-fuer-obdachlose/20434122.html

Als ich dann an der Zeile mit den Bänken vorüber kam, es ist ein Stück in der Nähe des Bundeskanzleramtes mit Blick auf die Spree, da starrte mich einer an und rief mir zu, watt grinste denn so?

Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich grinse, aber das muss daran liegen, dass ich so gern walke und die Sonne so schön schien, da war ich eigentlich in einem fröhlichen Zustand und in meiner Großkotzigkeit und dem Bedürfnis was „nettes“ zu sagen, rief ich ihm zu –  ach ich bin einfach wunschlos glücklich!

Jetzt wo ich es aufschreibe denke ich mir natürlich wieder, boah, wie kann man so bekloppt sein, angesichts der Notlage anderer Menschen eine solche Bemerkung zu machen. Bereits nachdem diese Aussage meinen Mund verlassen hatte stieg ein Gefühl der Scham und Schande in mir hoch und ich wollte mich gerade rechtfertigen als der Mann zurückrief:

Ick ooooch!

 

Ich verlangsamte meinen Schritt und fragte leise, als ich direkt an ihm vorüber ging, nun natürlich zurückhaltend und höflich – sie meinen, sie sind glücklich?
Da lachte er lauthals los, zeigte seine verstummelten Zähne und meinte – wunschlos unglücklich!
Da blieb ich dann augenblicklich stehen.

 

Es hatte mir die Sprache verschlagen und ich musste sofort an die Berichte über Uwe Schade denken, weil ich die vermeintlichen Schuhe an den Füßen des Mannes sah.
Da waren die Stahlkappen aus den Arbeitsschutzschuhen herausgeschnitten worden und vorne schauten die Zehenspitzen heraus, schwarzblaudurchtränkt, mir wurde kurz schwindelig.
Er drehte sich gerade eine Zigarette und als ich die Finger sah kam Übelkeit hinzu.

Eine Weile blieb es still, ein Schiff mit Touristen fuhr, etwas schneller als an anderen Stellen vorbei, sie zückten ihre Fotoapparate und …….möglicherweise bin ich nun irgendwo auf der Welt als „Berliner unterhalten sich mit Obdachlosen“ festgehalten, so ne Art friedliches Neben- und miteinander im Gespräch sein. Zu Unrecht, wie ich noch erläutern werde.

Der wunschlos Unglückliche hatte den Kopf gesenkt, unabsichtlich schien es, denn er drehte ja noch die Zigarette. Im Laufe der Zeit bemerkte ich dann, dass er scheinbar vollkommen unberührt von dem, was um ihn herum geschah, in sich ruhte.
Wodurch er auf mich aufmerksam wurde, ist mir noch immer unklar, jedoch kamen wir ins Gespräch. Hier die Quintessenz:

Strebe nach dem vollkommenen Unglücklichsein.
Es ist unnatürlich vollkommen unglücklich zu sein, er habe das jetzt über 17 Jahre lang studiert. Irgendetwas im Menschen hätte die Tendenz sich immer wieder vom Unglücklichsein abwenden zu wollen. Folge also diesem Impuls nach Glück nicht. Es kommt von allein. In dem Moment, wo du dem Impuls nach Gedanken über Glück haben wollen oder Unglück nicht haben zu wollen folgst, in dem Moment haben „sie“ dich!
Der ganze Trick aller vermeinlichen Gemeinschaften liegt in der Idee, dass man sich gegenseitig glücklich machen könnte.
Wer das erkennt, hat noch nicht mal die Hälfte des Weges absolviert, denn nun beginnt er zu glauben, dass er selbst es sei, der sich glücklich machen könnte.
Egal auf welche Weise man das probiert, es klappt nicht.
Der wunschlos Unglückliche erzählte mir von Reisen nach Asien, nach Südamerika, nach Kanada, nach Irland und Afrika.
Es gäbe dort nichts zu finden, was es auch hier nicht und nirgends (!) zu finden gäbe – denn die Sache ist total einfach, Unglücklichsein kann man überall!
Einzig die Suche nach Glück sei die Möhre vor der Nase  – ALLER – außer vor seiner Nase, da sei NICHTS!
Lautes Lachen folgte dieser Aussage, auf seiner Seite, bei mir fühlte es sich so an:

Natürlich gingen mir sofort Bewertungen durch den Kopf wie, der muss erleuchtet sein oder vollkommen wahnsinnig, denn es ging weiter:

Glaubst du, dass ein Mensch, der sich eingerichtet hat in Gesundheit, Geborgenheit, Zuhause, Licht und Liebe, Familie, Freunde, beruhigende Grundversorgung mit Geld, ausreichend Nahrung und Wasser, medizinischer Versorgung und immer ein Kloo in der Nähe, wenn es drückt, glaubst du, dass so einer – und dabei war ich froh dass er nicht so EINE gesagt hatte 😉
glaubst du also, dass so einer aus dem, was man Normalität nennt, aussteigen kann?
BLÖÖÖÖÖDSINN – BLÖÖÖÖDSINN – BLÖÖÖÖÖÖÖÖÖDSINNNNNNNN


Ich dachte mir auch, dass er womöglich VOLL wäre, denn die Art seines Blödsinngerufes kam mir sehr übertrieben vor.

Irgendwo hinter ihm rappelte sich etwas und ich hatte schon Angst, dass da Ratten wären in dem ganzen Dreck und Müll, der da lag, es kam jedoch ein anderes Wesen aus dem Chaosberg hervor, und er sah aus als hätte das Ungeziefer bei ihm Unterschlupf gefunden.
Er schaute in mein angstverzerrtes Gesicht und meinte, wenn der dich vollquatscht, sein Kopf zeigte dabei auf den wunschlos Unglücklichen, dann mach dir keen Kopp, ditt is unser Philosoph, ohne den würdn wa ditt hier nich schaffen, aba der macht uns Mut, sagt wir sind besser dran als der Dalailama, ditt arme Schwein muss machen watt andere wolln, wir nich – ha ha ha!

Mein Mund sprach in empörtem Ton, erzähl mir doch nicht, dass ihr hier lebt, was ihr wollt, ihr lebt doch auch, was ihr müsst.

Das ist etwas ganz anderes, tönte es nun wieder vom Philosophen.

Jeder muss leben, was er nun mal leben muss.
Das heißt aber nicht, dass er sich das von anderen Menschen oktroyieren lassen muss.
Es ist das Leben selbst, das entschieden hat, was ein Jeder leben muss und was nicht.
Menschen haben da keinerlei Einfluss drauf.

Plötzlich zogen Wolken auf und ich war froh sagen zu können, dass mein Weg nach Hause ziemlich weit sei und ich nicht in den Regen kommen wolle, außerdem wäre mir kalt geworden, von dem ganzen Rumstehen hier.

Der wunschlos Unglückliche lächelte mich an und sagte, biste sicher, dass dir von außen kalt geworden ist, nicht von innen?!

Und ich antwortete spirituell korrekt, nein ich bin über nichts sicher, gar nichts!

Er wandte sich ab, schlurfte nach hinten in Richtung Müllberg und meinte leise, du spinnst……… aber mächtig, komm wieder wenn de geübt hast einen Monat TOTAL unglücklich zu bleiben und wenn de weißt, worüber du sicher bist. Ich bin hier für die nächsten zwei Monate, dann ziehe ich weiter.
Der andere Obdachlose meinte mit staunendem Blick in meine Richtung, ditt hab ick ja noch nie erlebt, ditt einer wieder kommen darf!

Darf! sagte er.

Ich war froh als ich da weg war.
Heute Nacht habe ich von Obdachlosigkeit geträumt und von permanentem Unglücklichsein – soooo ein Horrortraum war das.
Mir ist noch immer ganz plümerant und ich weiß nicht, warum mich das so beschäftigt, was ein womöglich besoffener Spinner mir da unterjubeln wollte.

Es ist wohl klar, dass ich weder „übe“ permanent unglücklich zu sein, noch dass ich da nochmal freiwillig hingehe.
Zum Glück ist mein Park seit heute wieder geöffnet, es soll wunderbares Wetter kommen und das Wochenende ist da, natürlich habe ich andere Ideen, was mit meiner Freizeit anzufangen ist.

Ich will wohin, wo es schön ist und nicht dreckig und vor allem nicht, wo mich irgendein Geschwätz total verwirrt – so bitte!

 

Erdogans Erbe

Ne ganze Weile habe ich überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll oder nicht.
Er brennt uns allen, die von dem betroffen sind, worüber ich berichte, unter den Nägeln und belastet unsere Stimmung im Kiez.
Mir ist unwohl, weil die Überschriften eines Blogs manchmal seltsame User anlockt.
Das sehe ich dann in den Spam Kommentaren.
Falls es zu diesem Artikel welche geben sollte, werde ich sie veröffentlichen.
Diese Idee beruhigt mich in gewisser Weise.
Also dann los gehts:

Ich war heute wieder in der Gethsemane Kirche zum Montagsgebet für Peter Steudtner.
https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Steudtner

Wie wir gestern in den Nachrichten hörten ist er nun offiziell angeklagt worden in der Türkei. Es drohen ihm 15 Jahre Haft.
Nicht weil ich glaube, dass Gebete im Außen etwas bewirken. Aber sie beruhigen das hilflose Herz, solange bis sie eben nicht mehr beruhigen.
Die Familie und Freunde sind religiös und hören sich geduldig all den Mist an, den der Pfarrer und seine Gehilfen in diesen Gottesdiensten erzählen.
Zum Glück geht immer eine Freundin mit mir mit, die es auch so sieht wie ich und wir kneifen uns gegenseitig in die Oberschenkel auf den Kirchenbänken, weil das weniger weh tut als diesen Unverfrorenheiten zuzuhören, wenn sie erzählen, dass ein guter Christ von Gott beschützt wird und es ihm an nichts mangeln wird.
Ich könnte ja schreien bei sowas.
Da sitzen die Mutter, die Ehefrau und die Kinder des Inhaftierten und hören nun, dass Peter wohl kein guter Christ sein kann, wenn es ihm derzeit an allem mangelt, was menschenwürdig genannt werden kann.
Aber die Menschen wollen offenbar einfach glauben, was vermeintlich Wissende so unter das Volk werfen und verrückter Weise trifft das auf beide Seiten zu, auf die Opfer und die Täter.

Hier im Kiez gibt es ein türkisches Restaurant, das am Abend zur Bar wird. Am Morgen bietet es türkisches Frühstück an, so mit Zucuk und Kissir und Tomatenrührei mit krustig gebackenem Sesambrot, voll lecker. Unzählige Gemüsesorten sind dabei und kleine Leckereien, diese Pasten und Brotaufstriche, genial und preiswert obendrein.
Mittags haben sie dann Mercimek sowieso und allerlei leckere Speisen, ebenfalls mit viel Gemüse und total frisch.
Am Nachmittag dann selbstgebackenen Kuchen aber nicht dieses sausüße türkische Gebäck sondern MEGA Torten und Kekse und kleine Obstkuchen, Hammer.
Zum Abend dann wieder eine kleine Speisekarte ähnlich wie Fingerfood mit Oliven und Käsewürfel etc. alles eben immer lecker und frisch.
Wie lange es den Laden eigentlich insgesamt gibt weiß ich nicht, ich kenne und besuche ihn nun seit 18 Jahren.

Die Besitzer waren, als ich sie kennenlernte, zwei junge Männer, die Frauen aus ihrer Heimat geheiratet  und kleine Kinder hatten.
Die Männer waren beste Freunde ein Leben lang, beide in Deutschland geboren und aufgewachsen.
Die Frauen verstanden sich auch wunderbar und man sah sie in ihren Gefilden alle zusammen arbeiten und gute Laune verbreiten. In der Nacht schliefen immer die Opas der beiden Männer abwechselnd im Restaurant , damit sie es nicht allein lassen.
Sie erzählten uns, dass das eine Tradition in der Türkei wäre, man ließe seinen Laden nie allein.
So kam es, dass man manchmal im Sommer schon früh um halb sieben, wenn sie eigentlich noch nicht geöffnet hatten, einen schnellen Kaffee vor der Arbeit trinken konnte, den Opa zusammenbraute. Danach warste wach, volles Rohr 😉
Dabei erzählten die Opas dann immer auf die Schnelle, wie die Lage in der Heimat wäre und wie froh sie seien hier in Deutschalnd zu leben. In Freiheit und Gleichberechtigung. Die Ehefrauen trugen keine Kopftücher und zum Ramadan waren sie der einzige türkische Laden weit und breit in dem auch Türken sich trauten tagsüber zu essen und zu trinken.
Der eine der beiden Inhaber ist ein großer kräftiger Mann mit halblangen Haaren, er sieht schon fast süditalienisch aus oder könnte auch als Araber durchgehen.
Der andere ist ein kleiner typischer Türke mit Schnauzbart und freundlichem Gemüt, eher still und lustig.
Der Große hat eine Frau geheiratet, die schon eher ein heller Typ ist, wenngleich das blond gefärbte Haar ihr auch nicht viel genützt hat bei ihrem Mann.
Dieser Kietz ist bei Touristen sehr beliebt und wenn die Horden an blonden Schwedinnen kamen und was zu essen wollten, bekamen sie kostenlose Getränke, vom großen Inhaber, natürlich alkoholisch und so manch blonde Schönheit landete dann mit dem großen Macho in seinem großen Auto, nach Ladenschluss versteht sich.
Dieser Mann war manchmal etwas laut und aufdringlich mit seinen politischen Vorstellungen, er hatte z.B. ein Foto von Atatürk im Restaurant aufgehängt. Den Anderen schien das nicht so wichtig zu sein, sie meinten oft, naja, der spinnt ein Bissl, manchmal.
Und manchmal eben  ging es los, wenn er betrunken war, dann faselte er über Atatürk und das große türkische Reich. Dass er viel zu jung war um davon was erlebt zu haben, das belächelten die Opas und meinten, der würde sich wundern, wenn er mal in der Türkei leben müsste.
Er fuhr da auch nicht im Urlaub hin, sondern nach Mallorka und auf die Malediven.

Aber im letzten Jahr aufeinmal änderte sich Vieles.
Er fing an in der Türkei nach Häusern zu schauen, für den Alterssitz und alle lachten ihn aus, weil er nicht mal anständig türkisch sprechen könnte.
Aber er fing an Erdogan zu verehren und zu meinen, das sei der neue Attatürk.
Immer öfter gab es nun Spannungen im Laden und als Gast spürte man das.
Wir erfuhren, dass der Kleine und auch die Opas der Gülen Bewegung viel Respekt entgegenbringen und ein freies demokratisches türkisches Land innerhalb der EU ersehnen.
Und so gab es immer öfter Streit unter den Besitzern.
Der Große wollte neue Regeln einführen, zum Ramadan z.B. und ludt komische gläubige Männer in das Restaurant ein, sodass die Gäste wegblieben, weil es unangenehm war, wie diese Typen da breitbeinig und mit bösem Blick herumsaßen.
Weder die Ehefrauen der Besitzer noch Frauen wie ich fühlten sich da noch wohl.
Alles wurde langsam immer mehr zu einem Männercafe mit langen Bärten und stundenlangem Teegetrinke.
Eines Tages lagen dann überall auf den Tischen Koranbücher rum und wir erfuhren, dass sich die Besitzer getrennt hatten.
Nun kamen nur noch Touristen und keiner mehr aus dem Kiez ging da hin.
Aber Touristen wollen Spaß und Alhokol und keine Gruselgestalten mit strengen Gesichtern und Gebetsbüchern auf den Bartischen.
Also ging der Laden den Bach runter.
Er steht jetzt zum Verkauf.
Man hört, dass der Große in die Türkei ziehen wird, wenn der Laden verkauft ist.
Seine Frau hat sich scheiden lassen und ist mit den beiden Töchtern aus Berlin abgehauen.

Natürlich kann man nun sagen, solln se doch alle abhauen, das Restaurant gehört sowieso in deutsche Hände 😉

Ob die deutschen Inhaber dann aber anders agieren, wenn der eine auf Sarah steht und der andere auf Angela oder Beatrix, das wage ich zu bezweifeln 😉

Über den Dächern der Stadt

Heute war ich auf dem Teufelsberg.
Im Herbst 1987 war ich zum ersten Mal dort. Es könnte wohl auf den Tag genau 30 Jahre her sein.
Damals gehörte die weiße Kugel, auf die der Pfeil zeigt, zu einer Abhöranlage der Amerikaner, angeblich gen Osten.
Dass sie auch den Westen abhörten glaubte mir keiner.
Ich saß mit meinem damaligen Lover oben auf dem Berg zum Sonnenuntergang, meine Tochter war grad bei den Großeltern und ich genoss ein freies Wochenende.
Damals wusste ich noch nicht was das merkwürdig riechende Kraut ist, dass der junge Mann neben mir rauchte.
Ich sah nur, dass die komischen Rauchwolken auch an anderer Stelle aufstiegen und dieser Geruch in leichten Variationen auf dem ganzen Berg, während des Sonnenuntergangs anzutreffen war. So ungefähr sieht es von dort oben aus:

Super oder?
Das fand ich auch als ich es das erste Mal, eben 1987, sah und jubelte diesem jungen Mann entgegen, dass ich so froh sei endlich aus der Scheiss DDR raus zu sein und endlich von dem ganzen Überwachungsscheiss erlöst zu sein, als ich dachte, jetzt hat mich der Wahnsinn erwischt.
Eine laute Männerstimme, wie aus einem Trichter kommend, räusperte sich und sagte dann: Na, na! Mitten im Himmel erklang diese Stimme.
Vor lauter Schock setzte ich mich ins Gras, wo ich vorher noch getanzt hatte und starrte meinen Begleiter an.
Der lag seelenruhig im Gras mit seiner qualmenden Tüte im Mund, glotzte auf den Sonnenuntergang und sagte emotionslos – die Ammis, die spinnen mal wieder rum.
Dann sagte die Männerstimme aus dem Trichter: Nix spinnen Ammis, macht mal Joint aus oder wir kommen……und dann lachten ein paar Männerstimmen schallend laut.
Die Jungs und ein paar Mädels auf dem Berg reckten sich in Richtung dieser weißen Kugel und hielten alle ihre Mittelfinger hoch, dann gab es noch mal Gelächter, diesmal auf der Bergseite und dann war wieder Ruhe.

Ich habe nicht begriffen was das zu bedeuten hat. Der Kerl mit dem ich da war, der hatte schon die Schnauze voll von all meinen Fragereien, für mich war Westberlin das reinste Rätselraten und so fragte ich jedem Löcher in den Bauch, was dies oder jenes zu bedeuten hat.
Daher wandte ich mich an die nächsten Leute neben uns und fragte,was das gewesen war.
Die Antwort hat mich zutiefst schockiert.
Diese Anlage auf dem Teufelsberg sei eine Abhöranlage, angeblich für Ostberlin, aber wie man ja gerade feststellen konnte, hören sie alles ab, was in ihre Nähe kommt und wohl auch, was nicht in ihre Nähe kommt, von ihnen aber erreicht werden kann.
So die Spekulation.
Ich wusste damals nicht, dass der Westen genau solche Abhörgeschichten am Laufen hat, wie die Stasi es hatte. Und wie man sehen konnte, hielten sich die Soldaten nicht an die Vorschriften. Sie benutzten die Möglichkeit auch die Privatgespräche der westdeutschen Zivilbevölkerung auf dem Teufeslberg abzuhören für ihr Vergnügen.
Es waren halt junge Männer, das versteht man ja 😉

https://www.berlin.de/tourismus/insidertipps/1772036-2339440-teufelsberg-besichtigen-dem-kalten-krieg.html

Wie man in dem verlinkten Beitrag lesen kann ist diese Anlage außer Betrieb, alles zerfällt und wird mehr und mehr zur Ruine.

Ideen gibt es viele, was man damit machen könnte, allein das Geld fehlt 😉
Nun ist es schon wieder mehr als ein Jahr her, dass darüber von politischer Seite gesprochen wurde.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/bezirke/charlottenburg-wilmersdorf/ex-abhoerstation-in-berlin-grunewald-der-teufelsberg-ist-zu-teuer-fuer-den-rueckkauf/13867180.html

Übrigens – die Maharishi-Stiftung wollte eine Friedensuniversität auf dem Gelände errichten, aber das war den Politikern dieser Stadt zu esoterisch – schmunzel!

Friedensuniversitäten sind demnach esoterische Spinnereien, wen wunderts, da man lieber in Killerroboter investiert!

Na dann einen schönen Rest vom Feiertag – 03.10.2017, hier noch ein Liedchen veröffentlicht am 03.10.2009: